Veranstaltung in der Heinrich-Heine-Klinik am 27. Januar 2011.
Potsdam, 20. Januar 2011
In allen Industrienationen nehmen seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme deutlich zu. Circa 30 % der Bevölkerung leiden innerhalb eines Jahres an einer diagnostizierbaren psychischen Störung. Am häufigsten sind Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen und Suchterkrankungen.
Der Anteil psychischer Erkrankungen an der Arbeitsunfähigkeit nimmt seit 1980 kontinuierlich zu und beträgt inzwischen 15–20 %. Immer mehr Menschen müssen aufgrund psychischer Erkrankungen in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Auch bei Kindern und Jugendlichen ist ein kontinuierlicher Anstieg von psychischen Erkrankungen und Verhaltensproblemen zu verzeichnen.
Nur die Hälfte der psychischen Erkrankungen wird richtig erkannt, der Spontanverlauf ohne Behandlung ist jedoch ungünstig: Knapp ein Drittel verschlechtert sich und knapp die Hälfte zeigt keine Veränderung, chronifiziert also ohne Behandlung. In allen Altersgruppen, bei beiden Geschlechtern, in allen Schichten und in allen Nationen zunehmenden Wohlstands nehmen seelische Erkrankungen zu und besitzen ein besorgniserregendes Ausmaß.
Die gesellschaftlichen Kosten der Gesundheitsschäden durch Produktivitätsausfälle, medizinische und therapeutische Behandlungen, Krankengeld und Rentenzahlungen sind gravierend.
Mit dieser Veranstaltung will die Heinrich-Heine-Klinik in Potsdam, eine von insgesamt 9 Dr. Ebel Fachkliniken bundesweit, auf Problemlagen aufmerksam machen und nach Lösungen innerhalb bestehender Systeme suchen.
Insbesondere depressive Erkrankungen (häufig versteckt u. a. unter dem Begriff »Burn-out«) sind mit bis zu 70 % bei den Erstdiagnosen in Kliniken vertreten und stellen eine besondere Herausforderung dar. Das Thema der Veranstaltung lautet „Behandlungen von depressiven Erkrankungen im 21. Jahrhundert“ und findet am 27. Januar ab 18 Uhr in der Heinrich-Heine-Klinik Potsdam, Neu Fahrland, statt.
Neben interessanten Vorträgen von hochrangigen Referenten der Deutschen Rentenversicherung sowie Herrn Professor Dr. Siegfried Kasper aus Österreich werden Dialoge mit Kostenträgern, Klinikkollegen/innen und niedergelassenen Ärzten/innen die Situation erörtern. Zertifizierungspunkte für die Teilnahmebescheinigung als Fortbildung wurden bei der Brandenburger Landesärztekammer beantragt.
Die Teilnahme ist kostenfrei und erfordert aus organisatorischen Gründen eine Anmeldung unter Telefon 033208 – 56 580 oder per E-Mail: event@heinrich-heine-klinik.de.
Weitere Informationen zur Klinik unter www.heinrich-heine-klinik.de.